Kinder bringen Freude, Lachen und unvergessliche Momente in unser Leben. Aber manchmal stellen sie Familien vor Herausforderungen, die unvorhersehbar sind: Ein plötzlich krankes Kind, ein wichtiger Termin oder ein familiärer Notfall – und niemand ist da, der kurzfristig einspringen kann. Genau hier setzt die Notfallmama-Initiative des Vereins KiB children care an. Sie bietet Familien eine flexible, zuverlässige und liebevolle Betreuung, wenn die eigenen Kräfte einmal nicht ausreichen.
„Als unser kleiner Jonas mit hohem Fieber zu Hause blieb, hatten wir keine Ahnung, wer uns kurzfristig helfen könnte. Die Notfallmama kam, spielte mit ihm, las Geschichten vor und schickte uns beruhigt wieder zurück in den Alltag. Wir konnten aufatmen“, erzählt eine Mutter aus Wien. Aus praktischer Hilfe wurde so schnell ein echtes Herzprojekt für Familien.
Wer sind die Notfallmamas?
Notfallmamas/Notfallpapas sind mehr als Betreuungspersonen. Meist handelt es sich um erfahrene Eltern, Großeltern oder pädagogisch geschulte Fachkräfte, die flexibel einspringen, wenn es brennt. Sie kümmern sich liebevoll um kranke oder betreuungsbedürftige Kinder, schenken Aufmerksamkeit, Trost und Ablenkung – während Eltern entlastet werden. Sie sind da, wenn ein Kind erkrankt, wenn Eltern selbst ausfallen oder dringende Termine anstehen, die Homeoffice unmöglich machen. Und das Beste: Die Betreuung findet direkt im Zuhause der Familie statt. Kinder bleiben in vertrauter Umgebung, Ängste werden gemildert, und Eltern können beruhigt durchatmen. Haushaltshilfe gehört nicht dazu – der Fokus liegt auf Nähe und emotionaler Unterstützung.
Ein Vater erzählt: „Die Notfallmama war wie ein Anker in einer chaotischen Situation. Unsere Tochter hat sich bei ihr sofort wohlgefühlt. Für uns Eltern war das eine enorme Entlastung.“
Wie funktioniert die Notfallbetreuung?
Wenn Familien überraschend Hilfe brauchen, können sie rund um die Uhr die Hotline unter 0664 620 30 40 anrufen oder eine E-Mail schreiben. Innerhalb des Netzwerks wird dann eine passende Notfallmama gefunden, die zeitnah einspringen kann. Die Betreuung erfolgt stundenweise in der vertrauten Umgebung der Familie. Kinder erhalten Halt, während Eltern wissen: „Mein Kind ist in guten Händen.“ Für ein erstes Kennenlernen sind Schnupper-Einsätze bis zu vier Stunden möglich. Um die Dienste von KiB children care (kurz KiB) zu nutzen, ist eine Mitgliedschaft erforderlich – diese kostet 16,50 Euro pro Monat und eine einmalige Aufnahmegebühr von 18 Euro. Ermäßigungen gibt es für Familien in finanzieller Notlage.
Mehr als kurzfristige Hilfe
KiB ist mehr als ein Notfallservice. Die Initiative unterstützt Familien auch mit mobiler Pflege zu Hause, Begleitung ins Krankenhaus – sowohl medizinisch als auch emotional – und einem Netzwerk von Familien, das Halt, Austausch und gegenseitige Unterstützung bietet. „Ich wusste, dass ich nicht alles alleine schaffen muss. Die Notfallmama hat uns das Gefühl gegeben: Wir sind nicht allein – und das ist unbezahlbar“, sagt eine Mutter aus Salzburg. So entsteht aus kurzfristiger Hilfe ein starkes, solidarisches Netzwerk, das Familien entlastet und gleichzeitig emotionale Sicherheit vermittelt.
„Wenn ein Kind plötzlich krank wird und Mama oder Papa die Betreuung nicht übernehmen können – sei es durch Arbeit, eigene Krankheit oder Überlastung – kommt eine Notfallmama nach Hause, um liebevoll und verlässlich zu unterstützen.“
Alltagsszenarien, in denen Notfallmamas helfen
Ob ein Kind plötzlich erkrankt, die Eltern selbst ausfallen, dringende Termine anstehen oder Eltern einfach eine kurze Auszeit brauchen – die Notfallmama ist immer zur Stelle. Sie vermittelt Nähe, Verlässlichkeit und Geborgenheit. Familien können die Vorlieben und Bedürfnisse ihres Kindes vorher besprechen oder aufschreiben, um den Einsatz noch angenehmer zu gestalten.
Fazit: Eine Notfallmama ist mehr als ein Betreuungsservice: Sie ist ein Herzprojekt für Familien in schwierigen Zeiten, ein Rettungsanker, der spontan und zuverlässig einspringt. KiB zeigt, dass Solidarität, Mitgefühl und Engagement im Alltag von Familien ganz konkret gelebt werden können. Und wenn das Leben einmal unvorhersehbar wird, dürfen Eltern beruhigt sein: Sie sind nicht allein – die Notfallmamas sind da.
DIE GESCHICHTE HINTER KIB CHILDREN CARE
KiB ist ein gemeinnütziger Familienselbsthilfeverein, der Familien organisatorisch und finanziell unterstützt – keine Versicherung, sondern ein Netzwerk von Menschen, die zusammenhalten. Finanziert wird der Verein ausschließlich durch Mitgliedsbeiträge und Spenden. Darüber hinaus vertritt KiB die Interessen von Familien in Politik, Krankenhäusern und Öffentlichkeit und hat bereits viele wichtige Gesetzesänderungen im Bereich der Kinder- und Jugendgesundheit angestoßen.
Seinen Ursprung hat der Verein im Jahr 1986, als einige Eltern den Verein „Kinderbegleitung“ gründeten. Ihre Motivation: kranke Kinder und ihre Familien zuverlässig zu unterstützen. Damals war es in Krankenhäusern noch üblich, Kinder von Mutter oder Vater zu trennen – mit schweren emotionalen Folgen für die Kleinen. KiB wollte genau hier ansetzen: den Kindern Nähe und Geborgenheit schenken und gleichzeitig die Eltern entlasten.
Die Situation war nicht einfach. Für die Begleitung eines kranken Kindes im Krankenhaus mussten Eltern damals pro Nacht rund 120 Euro (ATS 1.700) bezahlen, und geeignete Räumlichkeiten für Eltern standen kaum zur Verfügung. Das Engagement von KiB änderte vieles: Familien erhielten nicht nur finanzielle und soziale Unterstützung, sondern auch das beruhigende Gefühl, mit ihrem kranken Kind nicht allein gelassen zu werden.
EIn entscheidender Schritt folgte 2015: Die Initiative Notfallmama wurde ins Leben gerufen. Damit entstand ein österreichweit flächendeckendes Netzwerk an Betreuungspersonen, die kurzfristig einspringen, wenn Familien Unterstützung brauchen. Notfallmamas sind KiB-Mitglieder, die bereit sind, erkrankte oder gesunde Kinder stundenweise zu betreuen. Viele von ihnen sind selbst Eltern und bringen wertvolle Erfahrung im Umgang mit Kindern mit. Spezielle Ausbildungskriterien gibt es nicht – entscheidend ist die Freude am Umgang mit Kindern. Wichtig ist: Sie kümmern sich ausschließlich um das Wohl des Kindes, nicht um Hausarbeiten. Ein Strafregisterauszug liegt für jede Betreuungsperson vor.
Nur zwei Jahre später, 2017, gelang nach langen Verhandlungen ein weiterer Erfolg: Der Selbstbehalt für Krankenhausaufenthalte von Kindern wurde abgeschafft. Ein Meilenstein, der zeigt, wie sehr sich das Engagement von KiB auch auf gesellschaftlicher Ebene auswirkt.
Infos und Kontakt
Verein KiB children care: Elke Lehner | Landeskoordinatorin OÖ – Tel.: 067672 8484-16 | E-Mail: lehner.e@kib.or.at | http://www.kib.or.at
Hotline rund um die Uhr: 0664 620 30 40
Notfallmama, bitte komm! KiB Video: https://www.youtube.com/watch?v=wI-S_UzSy-U | https://www.notfallmama.at/unterstuetzungen/betreuung-zuhause.html
Selbsthilfegruppen in OÖ: https://www.selbsthilfe-ooe.at/selbsthilfegruppen/selbsthilfegruppe_finden/
Fotos: KiB children care
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