Die stille Sucht

Die stille Sucht

Um Stabilität zu gewinnen sind für Menschen mit Arzneimittelabhängigkeit nach Langzeittherapien und therapeutischer Hilfe auch Selbsthilfegruppen ein sehr wichtiger Bestandteil.

Medikamentensucht ist gezeichnet durch psychische und physische Abhängigkeit von diversen Wirkstoffen, verbunden mit einer Gewöhnung, sodass – um den gewünschten Effekt zu erzielen – die Dosis erhöht werden muss. Oft führen Schmerzen, psychische, soziale und Schlaf-Probleme in die Abhängigkeit. Eine stationäre Behandlung verspricht vielen Menschen Erfolg: Betroffene lernen in der Suchttherapie, sich mit ihren eigenen Stärken auseinanderzusetzen, damit sie ihren Defiziten besser entgegentreten können. Das Ziel nach stationären Langzeittherapien ist die völlige Abstinenz. Um stabil und abstinent zu bleiben, sind Selbsthilfegruppen eine wichtige Möglichkeit der „Nachsorge“.

Medikamentensucht – ein unterschätztes Tabu

Die Abhängigkeit von Arzneimitteln ist in unserer Gesellschaft leider noch immer ein großes Tabuthema und wird nur selten in der Öffentlichkeit angesprochen. Viele suchtmachende Medikamente machen sehr schnell abhängig und ein Entzug ist fast immer sehr belastend! Eine Entwöhnung sollte unbedingt mit professioneller/stationärer Hilfe durchgeführt werden, da die Betroffenen ärztlich beobachtet werden müssen. Die Dunkelziffer von Medikamentenabhängigen ist hoch, Expert*innen sprechen von einem sehr weitreichenden Problem! Arzneimittelabhängigkeit betrifft alle sozialen Schichten, zu zwei Dritteln Frauen. Häufig ist die ältere Generation davon betroffen, aber auch Jugendliche greifen nach neuen Studien immer häufiger zu Medikamenten! 

Selbsthilfegruppe Medikamentensucht

Bettina, Initiatorin der Selbsthilfegruppe: „Ich befasse mich mit dieser Problematik schon seit sehr vielen Jahren und weiß, wie schlecht es Menschen geht, die in diesen Teufelskreis gelangen. Ich kann jahrelange, berufliche (Krankenpflege) und private Erfahrungswerte einbringen und so versuchen, Betroffenen beizustehen. Die Selbsthilfegruppe Medikamentensucht habe ich ins Leben gerufen, um Betroffenen und Angehörigen die Möglichkeit zu geben, sich niederschwellig Unterstützung und Hilfe zu holen, aber auch weil ich in ganz Österreich keine Selbsthilfegruppe für medikamentensüchtige Menschen gefunden habe. 

Unsere Selbsthilfegruppe
  • Erfahrungsaustausch im geschützten Rahmen 
  • sich bei Problemen zur Seite stehen, Ursachen ausloten, Stressfaktoren reduzieren
  • sich gegenseitig unterstützen und Mut machen, gemeinsam Lösungen finden
  • Stabilität gewinnen, Rückfälle vermeiden, abstinent bleiben – LEBEN!

Trau dich! Du bist stärker als deine Angst

Es erfordert viel Überwindung, die Angst und die Scham hinter sich zu lassen und den ersten Schritt in eine Selbsthilfegruppe zu wagen – doch das Leben ist zu kurz für irgendwann. Unsere Gruppe sieht sich als Motivationshilfe für Menschen, die nach Lösungen für ihr Suchtproblem suchen und abstinent bleiben wollen. Wichtig ist für uns der gegenseitige Respekt – jede/jeder kann Gedanken, Wünsche und Schwierigkeiten loswerden. Zusammen überlegen wir im geschützten Rahmen, wie wir Rückfälle vermeiden, Stabilität gewinnen und das Leben auch ohne Tabletten genießen können. Die monatlichen Treffen finden für alle Altersgruppen statt. Die einzige Grundvoraussetzung für die Teilnahme ist Verschwiegenheit und nüchternes, nicht betäubtes Erscheinen. Neben den regelmäßigen Gesprächsrunden unternehmen wir diverse Freizeitaktivitäten wie Ausflüge, essen gehen, einen Kinobesuch etc. 

Infos und Kontakt

Selbsthilfegruppe Medikamentenabhängigkeit
Bettina Wissmann-Aigner, Tel.: 0677 6478 1666 – täglich von 14 bis 20 Uhr
E-Mail: medikasucht.wels@gmx.at

Termine unter: www.medikamentensucht-welsselbsthilfe.at

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